Kriegszeiten

Hitdorf hat auch schlimme Zeiten erlebt. Das Jahr 1942, in dem Monheim und Rheindorf bombardiert wurden, verlief für Hitdorf noch halbwegs glimpflich. Zwischen März und April 1945, also kurz vor Kriegsende, wurde es allerdings von Deutschen und Amerikanern auch im Straßenkampf schwer umkämpft. 26 Hitdorfer*innen verloren ihr Leben.
Insgesamt hat Hitdorf aus dem ersten Weltkrieg 60 Tote und dem zweiten Weltkrieg ca. 200 Tote zu beklagen.
Der Heimatverein erinnerte an diese Zeiten mit einer Sonderausstellung und einer Broschüre

„Den Gefallenen und Vermissten aus Hitdorf zum Gedenken und den Lebenden zur Mahnung.“

Die Broschüre ist leider vergriffen.
Wir freuen uns aber, dass wir sie Ihnen noch als Download zur Verfügung stellen können.

Hitdorfer Brauereigeschichte

Nun ja, Bier wurde und wird überall in Deutschland gebraut. Und das sogar nach einem Reinheitsgebot (1516), von dem die Amerikaner sagen, dass man viel mehr  Bier in Deutschland verkaufen könnte, wenn es dieses Gebot nicht gäbe.
Dass es dieses Gebot aber gibt, hat uns Hitdorfer schon 1833 gefreut. Da begann nämlich auch bei uns das Brauereigeschäft. Und es war offenbar ein gutes Bier, wenn man der Werbung der Hitdorfer Brauerei Glauben schenken darf. Sie ließ auf ihre Bierdeckel das Qualitätsurteil des Kölner Oberlandesgericht von 1932 drucken:

„Hitdorfer Pilsener gilt als ein Bier, das der bei Original-Pilsener beliebten Geschmacksrichtung Rechnung trägt.“

Wie viel die Richter probiert haben, um zu dem Urteil zu gelangen, ist nicht überliefert. Aber Bernd Bilitzki hat die Hitdorfer Brauereigeschichte im Detail studiert und dies in einem kurzen, lesenswerten  Bericht auf unserer Website zusammengefasst. Und Bilitzki ist natürlich davon überzeugt, dass das Urteil zu Recht gefällt wurde.

Im Jahr 2000 hat der Heimatverein mit einer Sonderausstellung an die Hitdorfer Brauereigeschichte erinnert.

 

 

Fähre, Schifffahrt, Hafen

Im Jahr 1999 zeigte der Heimatverein Hitdorf e.V. seine erste Ausstellung zum Thema Fähre, Schiffahrt, Hafen.

Türmchen-4

Der Hafen von Hitdorf wurde zum ersten Mal 1356 erwähnt. Als Dreh-und Angelpunkt der Schifffahrt am Niederrhein zwischen Köln im Süden und Holland im Norden verdankte der Hafen seine Bedeutung eigentlich dem seichten Gewässer und Inseln des Rheins an dieser Stelle. Die schwer beladenen Schiffe vermochten nicht das Kiesbett des Flusses zu überwinden. Alle Waren mussten im Hafen abgeladen, zwischengelagert und rheinaufwärts oder -abwärts wieder aufgeladen werden. Erst im 19. Jahrhundert mit Beginn der Dampfschifffahrt und dem Ausbau der Eisenbahn verlor der Hafen an wirtschaftlicher Bedeutung.

Erwähnenswert ist Hitdorf aber auch vor allem als Zielort großer Flöße, die mächtige Fichtenholzstämme aus dem Frankenwald über Main und Rhein nach Hitdorf brachten, wo sie im örtlichen Sägewerk verarbeitet wurden. Ende der 50iger Jahre des 20. Jahrhunderts ging dann aber dieser Wirtschaftsfaktor für den Hitdorfer Hafen verloren. Es war inzwischen wirtschaftlicher geworden, das Holz über Land zu transportieren. In seiner Folge wurde auch das Sägewerk in Hitdorf aufgegeben.

Heute ist Hitdorf am Rhein vor allem wegen seiner stark frequentierten Fähre bekannt, die die Stadt mit dem linksrheinischen Ort Langel verbindet. Die Fähre ist derzeit vor allem auch deshalb beliebt, weil sie eine alternative Rheinquerung zur stets überlasteten Leverkusener Brücke darstellt.