Von der Stephanus Straße zur Hitdorfer Straße

Die aktuelle Ausstellung zur Hitdorfer Straße soll in ihrem zweiten Teil die großen Veränderungen auf der einstigen Stephanusstraße dokumentieren.

Das ist der Bereich von der Ecke Langenfelder Straße bis zum Ortsausgang in Richtung Monheim

Fotos vergangener Tage werden Fotos von heute gegenübergestellt und zeigen, wie sich innerhalb von 80 Jahren das Gesicht der Straße verändert hat. Die Ausstellung ist ab 28. April 2019 in unserem Museum zu sehen.

Übrigens – Ihre Mithilfe ist gefragt. Wir möchten alle Alt-Hitdorfer bitten, doch mal in den verschiedenen Bilderschachteln oder anderen Papierarchiven nach Reminiszenzen zu diesem Thema zu suchen. Zeitungsartikel oder alte Fotos sind willkommen. Oder haben Sie vielleicht auch Briefe aus jener Zeit, die unsere Ausstellung vervollständigen könnten? Schauen Sie doch mal nach!  In jedem Fall erwarten wir Sie an einem der nächsten Sonntage im Türmchen am Werth, dem Heimatmuseum Ihres Hitdorf.

Stadtführung

Wenn Sie Lust haben und es nicht Hunde und Katzen vom Himmel regnet, machen wir auch gern einen Rundgang mit Ihnen durch Hitdorf. Dann zeigen wir Ihnen auch die Orte, an denen Sie vielleicht sonst achtlos vorüber laufen würden. Vielleicht ja gerade für die vielen Neubürger unserer Stadt ganz interessant.
Bitte melden Sie sich telefonisch oder per e-Mail bei uns, damit wir einen Termin vereinbaren können. Unsere Kommunikationsadresse finden Sie hier.

Liste aller Ausstellungen

<trHeimatverein Hitdorf e.V.Vorschau der Änderungen (öffnet in einem neuen Fenster)

 

1999 Fähre, Schifffahrt, Hafen
Heimatverein Hitdorf e.V.
2000 Hitdorfer Brauereigeschichte
Heimatverein Hitdorf e.V.
2001 Den Gefallenen und Vermissten aus Hidorf zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung
Heimatverein Hitdorf e.V.
2002-2003 Hitdorfer Tabakgeschichte
Heimatverein Hitdorf e.V.
2003 Die Kolpingfamilie in Hitdorf
Kolpingfamilie Hitdorf e.V.
2004-2005 Hitdorfer Streichholzgeschichte
Heimatverein Hitdorf e.V.
2004 11 Johr – Hetdörper Mädche un Junge vun 93 e.V.
Hetdörper Mädche un Junge vun 93 e.V.
2006 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Hitdorf
Feuerwehr Hitdorf
2007-2008 150 Jahre Stadt Hitdorf
Heimatverein Hitdorf e.V.
2009-2010 Hochwasserschutz Hitdorf
Heimatverein Hitdorf e.V.
2011-2012 Mit dem Floß über den Main nach Hitdorf am Rhein
Heimatverein Hitdorf e.V.
2013 100 Jahre Sportclub Hitdorf
Sportclub Hitdorf
2014 Hitdorf Gestern bis Heute (Rhein-Wiesenstraße)
Heimatverein Hitdorf e.V.
2015 2 mol 11 Johr – Hetdörper Mädche un Junge vun 93 e.V.
Hetdörper Mädche un Junge vun 93 e.V.
2016 / 2017 Menschen am Fluss
Kunstkreis St. Stephanus Hitdorf
2017 Von der Mühlenstraße zur Hitdorfer Straße
Heimatverein Hitdorf e.V.
2017 Hitdorfer Holzbastler
Rudi Hoffmann und Wolfgang Deppe
2018 Von der Mühlenstraße zur Hitdorfer Straße (2)
Heimatverein Hitdorf e.V.
2019 Von der Stephanus Straße bis zur Hitdorfer Straße (Eröffnung im April 2019)
Heimatverein Hitdorf e.V.

Von der Mühlenstraße zur Hitdorfer Straße

Unsere aktuelle Ausstellung zeigt den Abschnitt der ehemaligen Mühlenstraße, heute Hitdorfer Straße, vom Aldi-Kreisel bis zur Langenfelder Straße mit historischen Fotos von gestern und neuen Bildern von heute. Eine sehenswerte Ausstellung für alle, die sich in unserer Stadt ein wenig auskennen und an der städtebaulichen Entwicklung interessiert sind.
Für 2019 ist der zweite Teil der Ausstellung geplant, der den Bereich Hitdorfer Straße vom Restaurant Em Schokker bis zum Antoniushof darstellen soll. Dazu sucht Bernd Bilitzki, Vorsitzender des Heimatmuseums, noch weitere Hinweise und Fotos.

Menschen am Fluss

Vom 6. November 2016 bis zum 8. Januar 2017 zeigten wir an jedem Wochenende eine viel beachtete Ausstellung mit dem Titel „Menschen am Fluss“. Ausgestellt wurden Werke des Kunstkreises St. Stephanus Hitdorf. Malerei, Linoldrucke und Fotografien zum Thema waren zu sehen. Begleitet wurde die Ausstellung durch Musik und Lesungen zum gleichen Thema. Ein Höhepunkt war auch der Auftritt des Kabarettisten Wilfried Schmickler.

Es ist ein 22-seitiges Fotomagazin über diese Ausstellung erschienen.  Sie können es unter dem folgenden Link zum Preis von € 8,00 zuzügl. Versandkosten bestellen:
Menschen am Fluss

Hitdorfer Streichholzgeschichte

Text nach einem Aufsatz von Katharina Ebbinghaus

Als Prometheus, der Gott des Feuers, den Menschen gegen den Willen von Zeuss das Feuer brachte, wurde er zur Strafe an einen Felsen im Kaukasus geschmiedet.
Die Menschen kannten zwar nun das Feuer, aber die Handhabung war sehr beschwerlich. Nur durch mühseliges Quirlen eines Holzstabes auf einer Holzfläche entstand durch Reibung so viel Hitze, dass das Holz zu schwelen anfing. Durch Pusten wurde Sauerstoff hinzugefügt und die zarte Glut verwandelte sich in offenes Feuer. Zugegeben,  keine sehr effiziente Art, sich eine Zigarette anzuzünden. Es sollte noch einige tausend Jahre dauern, bis es einem Friedrich Johann Kammerer aus Ludwigsburg während seiner Festungshaft, die er wegen der Teilnahme an einer politischen Demonstration abzusitzen hatte, die im wahrsten Sinne des Wortes zündende Idee kam, nach einem leicht brennbaren und entzündbaren Stoff zu suchen. In ein Gemisch aus weißem Phosphor und chlorsaurem Kali tauchte er das eine Ende eines Holzstäbchens und es war fertig, das erste Zündholz. Keine Frage, dass sich diese Erfindung einer – um im Bild zu bleiben – explosionsartigen Beliebtheit erfreute. Kammerer hatte das große Pech, dass es zu der damaligen Zeit noch keinen Patentschutz gab, denn sofort machten sich geschäftstüchtige Unternehmer diese treffliche Gelegenheit zunutze und bauten Herstellungsbetriebe für Zündhölzer auf. Allein in Hitdorf waren es fünf an der Zahl. Einer von ihnen und der größte war J.M. Fitzen. Zehn Jahre nach der Erfindung gegründet, bestand die Fabrik über 125 Jahre. 1.500.000 Döschen pro Jahr stellte er mit 21 Arbeitern her. Heute undenkbar, wenn man weiß, dass weißer Phosphor giftig ist und Nekroseerkrankungen, eine Form der Zellzerstörung, verursachen kann. Erst 1903 verbot der deutsche Staat die Verwendung von weißem Phosphor zur Produktion von Zündhölzern. Diesem Verbot schlossen sich in der Folge alle europäischen Zündholzhersteller an. Es gab seit der Mitte des 19. Jahrhunderts aber auch eine parallele technische Entwicklung. Man hatte damals schon die Gefährlichkeit des weißen Phosphors erkannt und nach einer ungiftigen Lösung gesucht. Wenn man Hölzchen mit dem ungiftigen roten Phosphor versah und ihn an einer speziellen Reibfläche entzündete, dann wäre sowohl das gesundheitliche Risiko beim Herstellungsprozess ausgeräumt als auch die Gefahr aus der zu leichten Entzündbarkeit gebannt. Der Nachteil war allerdings, dass man eben eine spezielle Reibfläche benötigte. Diese „Sicherheitshölzer“ konnten sich erst durchsetzen, als es den Schweden gelang, ein „Streichholz“ zu entwickeln, das ebenso leicht und vor allem genau so zuverlässig handhabbar war, wie vorher die Zündhölzer.

Hitdorf hat der Zündholzindustrie ein wunderschönes Denkmal vor dem Eingang des Heimatmuseums gesetzt.

Einen lesenswerten Aufsatz von Bernd Bilitzki über die Geschichte des Streichholzmonopols in Deutschland finden Sie hier.

Hitdorfer Tabakgeschichte

nach Recherchen von Bernd Bilitzki

Irgendwie passt alles zusammen bei den Hitdorfern: Tabak, Streichhölzer und Bier. Die drei wichtigen Industrien der kleinen Stadt am Rhein. Zigarren fallen dem Neubürger von Hitdorf wahrscheinlich nicht als erstes ein, wenn er sich aufmacht, um seine neue Heimat zu erkunden. Da würde ihm vermutlich zuerst Kuba und einige andere karibische Länder einfallen. Aber man verkennt sie eben, die Talente der alten Hitdorfer.

Begonnen hatte alles, als Peter Dorff, größter Landbesitzer in Hitdorf, im Jahr 1765 Fabrikationshallen an der Langenfelder Straße und an der heutigen Hitdorfer Straße aufbaute.  Aus alten Geschäftsbüchern und Lieferpapieren kann man sehen, dass er offenbar die Tabakpflanzen per Schiff bekam. Es ist von beträchtlichen Liefermengen die Rede. So waren es  1844 zum Beispiel 92 Ballen Tabakblätter mit einem Gewicht von 506 Zentnern. Eine andere Lieferung wog 192 Zentner. Die Geldüberweisung von 16.500 Gulden sind ein Indiz dafür, woher die Lieferungen stammten.
Peter Dorff hielt sein kleines Imperium über drei Generationen in der Familie bis es an den ebenfalls in Hitdorf ansässigen Zigarrenfabrikanten Lorentz Cremer verkauft wurde. Der machte dann Hitdorf zu einer wichtigen Zigarrenfabrikation. 80 Mitarbeiter beschäftigte die Firma in ihren Blütezeiten. Doch der erste Weltkrieg forderte auch hier seine Opfer. Es fehlte das Personal. In der nahen Großindustrie waren wohl die Beschäftigungsbedingungen besser. Inzwischen war der Schwiegersohn Cremers, Hubert Freiburg in die Fabrik eingestiegen. Sein Sohn, Lorenz kaufte eine weitere Fabrik in Hemsbach an der Weinstraße und verlagerte in der Folge die gesamte Produktion dorthin.

Aber wie so oft im Leben, man ist nie so ganz allein. Natürlich gab es auch Konkurrenz: Da ist vor allem die Tabak- und Zigarrenfabrik Caspers-Neehs zu nennen, die 1796 in Hitdorf an der Rheinstraße gegründet wurde. Die Familie Neehs, die in Köln einen bekannten Namen als Händler und Tabakfabrikanten hatte, engagierten sich auch in Hitdorf mit ihrer sozialen Einstellung für Ihre Mitarbeiter.  Zeugnis legen die 1910 gebauten Casper-Hüser ab. Aber auch die Firma Caspers-Neehs musste sich nach dem ersten Weltkrieg verkleinern. Zur endgültigen Schließung kam es 1953.

Vollständigkeitshalber sollten noch vier kleinere Zigarrenfabrikationen in Hitdorf genannt werden:
Die Tabak- und Zigarrenfabriken der Familien Behrens, Gerits, Piel und Schweitzer.
Sie alle erlangten aber nicht mehr die Bedeutung von Dorff / Cremers und Freiburg bzw. Caspers / Neehs.

Zweihundert Jahre hat die Hitdorfer Tabakgeschichte gedauert bis sie 1964 mit der Schließung der letzten Fabrik endete.